Golden

Golden ist fertig 🙂

Ich habe meine neuen Goldtöne an ‚Golden‘ ausprobieren können! Ich finde sie klasse! In echt & im Licht, bzw. Sonnenlicht, sind sie sogar noch besser. Außerdem habe ich ein wenig mit Kreide hantiert.

Das Foto habe ich mit den letzten Sonnenstrahlen gemacht. In der Sonne hat es mit dem Gefunkel am besten funktioniert 😀

Ich wünsche euch einen tollen Start ins Wochenende! Grüßle

(Schritt für Schritt Einblicke findest du auf Charming Tales | Neues ausprobieren oder, wenn es noch mehr sein darf, auf Instagram @cheledeni)

golden-godess-sculpure-lady-aquarelle-aquarellbilder-finished-evening-sun-chele-deni2

Das Nachtlicht und die Realität

Das eigensinnigste Licht der Nacht schleicht durch die Vorhänge und versucht unnachgiebig deinen Körper aus dem Schatten zu heben. Ich frage mich, wessen Partei es damit ergreift. Ist es dein Verbündeter, so zeigt es mir deinen schönsten Schlaf, straft mich mit dem romantischen Blick auf deine atemberaubende Silhouette. Bei so viel offensichtlicher Starrköpfigkeit muss es wissentlich geschehen.
Wunderschön bist du immer gewesen.

Der Fingerzeig des nächtlichen Lichtes stört deine Ruhe keineswegs, während sie mich in das Gefühl der Ferne zwängt. Als lägen wir gar nicht zu zweit. Es ist unbehaglich, kneift, spannt an meiner Kehle und gaukelt trügerisch, dass ich nichts mehr brauche, als dass du aufwachst und deine Nacht mit mir verbringst.

Dann spüre ich das Treten und Kratzen dieser alten Liebe und weiß, dass du ein Teil von mir bist. Ich rücke näher, um das Leiden der Ferne auszuradieren. Heuchlerisch.
Du ahnst nicht, wie schwer mein Herz wiegt und ich durchschaue deines nicht.

Unerwartet wuchtig schlägt die Realität gegen die ergrauten Zweifel. Sie kreist über die halbtoten Fragen, die einst ärgerliche Kompromisse waren und längst nicht mehr gestellt werden. Belächelt gnadenlos unseren teilenden Teil, welcher längst nicht mehr zugänglich ist.

Ich grabe mich in deinen Nacken und kralle mich in unsere Überreste.

Sind Menschen fähig, Momente ihrer Zeit zu berauben? Dann verhandele ich mit meinem Glück. Vielleicht hätten wir gemeinsam einen solchen Stillstand einfangen sollen. Lange bevor heute.

Ich setze alles aufs Spiel. Ich lasse nichts unversucht, um dieser Nacht die Zeit zu stehlen.
Damit dir die Minute entgeht, in der ich dich verlasse.

Rihanna Projekt

Hayhay!

Freitag, Bildertag und das Wochenende vor der Tür ❤

Diesmal begleitet dich ein Projekt, welches ich auf Wunsch aufgegriffen habe. Da es ein „Hürden-Projekt“ ist, landet es in der passenderweise neuen Kategorie „Neues ausprobieren“ – ich schätze, es hält die Aquarellbeziehung frisch 😀 oder es kommt zur Krise (hoho)!

Viel Spaß und liebes Grüßle!

Charming Tales | Rihanna Projekt

Mein Rihanna Projekt hält mich auf Trab! Überwiegend male ich einfach liebend gerne frei im Manga-/Comicstyle. Daher ist es jedes Mal eine Herausforderung, eine Ähnlichkeit…

rihanna-inspiration-aquarelle-aquarellbilder-chele-deni-neues-ausprobieren

Üben, radieren, üben…

ben-radieren-c3bcben-der-bc3a4r-zwischenzeit-blog-chele-deni-aquarelle

… und wieder von vorne anfangen!

Das ganze Üben und Radieren spielt sich gerade bei mir ab ^.^!

Letzten Freitag habe ich bereits erwähnt, dass ich momentan versuche ein kleines bisschen an Schnelligkeit zu gewinnen, meine Aquarelle betreffend (also nicht speed-paintingmäßig, da bin ich Lichtjahre von entfernt! Leeeeider – finde ich nämlich sehr cool).

Ich skizziere meist auf Din A 5 oder Din A 4 und da bin ich wesentlich schneller unterwegs, als bei der Umsetzung auf das Aquarellpapier und dem Einsatz von Farben.
Allerdings ist es bisher so, dass ich, sobald ich etwas schneller an das Bild rangehe, seltsam hektisch, wackelig und ungenau werde. Dabei möchte ich gar nicht unter Druck schnell, schnell machen, sondern einfach etwas zügigere und sicherere Bewegungen gewinnen. Wie z.B. die Farbwahl, die Wirkung, die Aquarelltechnik oder einfach die Bewegung. Geschwindigkeit bedeutet für mich hier Sicherheit.

Ich dachte es liegt vielleicht einfach an der Übung, daher versuche ich es derzeit mit Wiederholungen. Wobei mein Schwerpunkt eher bei den Techniken an sich liegt.
Ich bleibe auf jeden Fall noch dran und versuche mich weiterhin an Wiederholungs-übungen.

Üben ist auch das Motto der PC-Experimente!

Da nutze ich meine fertigen Bilder (wie der Bär), oder irgendwelche, die ich mag. Die Originale entstehen dennoch weiterhin auf Papier. Das Malen direkt via PC liegt mir nicht so, aber das Experimentieren macht jede Menge Spaß! Es ist auch inspirierend. Manches würde ich gerne von Hand umsetzen, mit anderen Materialien, allerdings komme ich da zeitlich noch nicht dazu.

Nebenher werkel ich immer noch an der Übersetzung von Charming Tales. Die Umsetzung gestaltet sich schwieriger als angenommen. Es geht mal wieder um PC-Klugheit! Aber immerhin: Ich sagte mal ganz am Anfang, dass ich bei jeder Errorpage à la „Der Schrei“ vorm Monitor sitze… Das ist jetzt besser! Ich bin schon gar nicht mehr überrascht xD

Nebenbei arbeite ich auch an 3 größeren Projekten für 2017! Ich kann auf jeden Fall verraten, dass es sich um jede Menge Lesestoff und den passenden Augenschmaus dreht.
Das war es schon mit dem Lebenszeichen der Woche 😀 !

Ich wünsche dir eine wundervolle Woche und wir sehen uns am Bilderfreitag auf Charming Tales wieder ❤

Grüßle

Wenn der Perfektionismus das Bild versaut

mut-wenn-der-perfektionismus-das-bild-versaut-zwischenzeit-blog

Das Bild ist von einem Holzwerk, das ich vor viiiiielen Jahren geschenkt bekommen habe. Es liegt mir immer noch sehr am Herzen, auch wenn es länger gedauert hat, bis ich den Wink verstanden hatte 🙂

Zuerst fiel es mir etwas schwer den Perfektionisten und Kritiker voneinander zu unterscheiden. Jedoch, umso leiser der Kritiker wurde, desto leichter fiel es mir den Perfektionismus herauszufiltern.

Der Perfektionist meldet sich einfach super gerne zu Wort. Worauf er mit dem Finger zeigt, bepinselt dann gern der Rotstiftfetischist.

Während der Kritiker mich winzig klein machte und mit Beleidigungen um sich warf, wie ein gelangweilter Popcornrowdy, war der Perfektionist bei weitem nicht so bösartig, allerdings auch niemals zufrieden.

Mit genau dieser Eigenschaft, trieb mich der Korrektur-Nimmersatt so manches Mal in die Verzweiflung.

Wenn er es dann wieder auf die Spitze getrieben hatte, blockierte er mich. Dann hatte ich einfach keinen Mut mehr etwas zu beginnen.
Wobei ich mich immer wieder wundere, was für eine Wahrnehmung diese beiden Helden mir bescheren.

Wenn meine Freundin mir von einem neuen Bild erzählt und sich über die Fehler auslässt, frage ich mich stets, wo denn das Problem ist. Sie ist super gut und weiß das sogar! Trotzdem nagt der Perfektionismus an ihr und (in ihrem Fall) hält Händchen mit dem Ehrgeiz.

So sage ich ihr, dass es dafür keinen Grund gibt…

Doch dann sehe ich mich auch selber und weiß, dass es nicht hilft, wenn wir zusammensitzen und uns loben. Ich zweifle nicht an unserer Aufrichtigkeit und mit Sicherheit sind wir auch nicht undankbar, aber wir betrachten unsere Bilder und sehen letztlich nur noch diese Fehler. Nichts anderes. So war es ziemlich lange.
Wenn ich früher ein Bild gemalt habe und es fertig war, war ich zunächst froh. Zufrieden. Für zwei Stunden bis zwei Tage. Danach ging es los.

Ich entdeckte Fehler für Fehler, geradezu besessen. Find-it-Suchti! Spätestens am dritten Tag musste besagtes Bild schleunigst weg.

Erst kommt der Perfektionismus. Charme und Eigenwille lässt er nicht gelten. Er findet alle Fehler, sät Zweifel und Unglück und dann reagiert der Kritiker.

Was soll das? Das sieht doof aus. Warum hast du so Probleme mit den Brauntönen? Jetzt mischt du es schon und es wird immer noch nichts! Lichtfehler! Faltenfehler! Anatomischer Fehler! Alle möglichen Fehler!

Beim Schreiben ist es ähnlich. Korrektur ist das Eine. Klar möchte ich, dass alles richtig ist und stimmt.

Ich hatte bereits erwähnt, dass mein Korrekturbedarf ein Nimmersatt ist. Da gibt es die Fehler, die ich beim Runterschreiben immer mache. Dafür habe ich sogar eine kleine Liste, damit ich diese schnell abarbeiten kann (z.B. V|W- oder V|F-Fehler. Viel, fiel, Verse, Ferse, wagen, vage… passiert mir am laufenden Meter, dass ich die im Fluss durcheinander würfele).
Anstatt mich andauernd selbst in den Rotstiftwahnsinn zu befördern, hilft mir mittlerweile oft ein „Ja und?“.

Klingt simpel? War es für mich nicht. Ich musste es lernen, genauso, wie den Umgang mit dem Kritiker Mies. Ein wenig meine Engstirnigkeit bekämpfen und etwas mehr Mut an den Tag legen. Der Mut zum Fehler bzw. zum über den Fehler hinwegkommen, um weiterzugehen. Nun, zumindest für mich spielt der Mut auf jeden Fall eine Rolle in dem Ganzen. Früher habe ich mich sogar ein wenig für meine kreativen Resultate geschämt. Es waren eben alle immer besser und hatten nicht immer so viele Fehler.

Das „Ja und!“ steht nicht für Gleichgültigkeit. Natürlich möchte ich mich verbessern und ich verstehe gut, wenn man nicht das Gefühl haben möchte auf einer Stelle zu treten. Aber ich musste auch erkennen, dass ich eine gewisse Ruhe brauche, um nicht an einem wunden Punkt stehen zu bleiben. Zufrieden sein, mit dem was geschafft ist. Was nicht ganz einfach ist, wenn mich der Perfektionismus bei Kritiker Mies anprangert.

Letztens habe ich ein Bild gemalt – frag mich bitte nicht wie ich es geschafft habe – das ging echt komplett daneben. Ich hatte eine gelungene Skizze auf Din A 5 gezeichnet, war selig und habe es dann auf 40×50 umgesetzt. Mit Farben losgelegt und ein paar Tage später war ich so gut wie fertig.

Und dann sehe ich, dass es voll schief ist. Echt, also so richtig. Außerdem hab ich wohl gleich eine ganze Schulter vergessen… und ich musste lachen.

Klar ist es ärgerlich wegen der Zeit. Aber letztlich doch auch nicht so ein Drama. Ich habe viel Neues ausprobiert und wahrscheinlich war ich zu sehr auf die Techniken fokussiert, sodass ich echt das Gesamtbild verhunzt habe.
Ja und? Was soll‘s? Ich male es nochmal. Warum einen Fehler so ernst nehmen, dass es einen in die Unlust treibt und vielleicht sogar eine Blockade auslöst?

Das war’s mit meiner kleinen Blogserie „Heute brauchen du und ich eine Menge Wein“! Eigentlich waren es die großen Themen, die mir am Herzen lagen und die mich selbst lange Zeit beschäftigt haben, bis ich meinen Weg gefunden hatte. Ich hoffe es war vielleicht auch für dich von Nutzen!

Grüßle

Mad Hatter Lady

mad-hatter-lady-aquarelle-charming-tales-chele-deni

Hayhay ihr Lieben!

Diesen Freitag begleitet euch meine Version des verrückten Hutmachers, Lady Mad Hatter, in euer Wochenende!

Ich liiiiiiebe Mad Hatter, natürlich auch die schräge Grinsekatze, und so habe ich sie gemalt<3 By the way auch mein nächstes Tattoo! 😀 *verrat*

Ich wünsche euch ein ganz tolles Wochenende ❤

Grüßle!

Selbstwert trifft Rotstift

Hayhay!

Schön, dass du zum zweiten Teil von „Heute brauchen du und ich eine Menge Wein“ vorbeischaust. Ich stelle dir heute meinen inneren Kritiker vor, stets den gespitzten Rotstift zur Hand und den Selbstwert zu Füßen.

Der Beitrag beinhaltet meine Erfahrung und Auseinandersetzung, die ich gerne mit dir teilen möchte und vielleicht ist ja auch der eine oder andere Tipp für dich dabei.

Fangen wir mit dem Problemkind an. Mein innerer Kritiker, das Mies. Ich nenne es ‚ES‘, weil ich das Gefühl habe, dass mein innerer Kritiker sich mehr in Richtung ES, als zum ICH oder ÜBER-ICH hin bewegt. Das ist einfach ein Bild, das ich vor Augen habe und hat mit der eigentlichen Theorie wahrscheinlich nicht allzu viel zu tun. Aber wenn ich mir vorstelle, wie eine Diskussion in meinem Kopf aussieht, dann ist Mies sicherlich das ES mit dem Knüppel, ÜBER-ICH flüstert Gemeinheiten und ICH spielt blinder, stummer, tauber Affe.

Mein innerer Kritiker…

…ist ein ganz Großer. Er hat eine gigantische Klappe, den Knigge verspeist er zum Frühstück, das cholerische Dasein hat der sicher erfunden und als Herr und Meister über meine Daseinsberechtigung hat er diesbezüglich gewiss ein Gesetzbuch verfasst.

Ich habe in der Öffentlichkeit etwas Doofes gesagt? Mich falsch ausgedrückt? Nicht die richtigen Worte charmant, witzig und sofort parat gehabt? Rumgeeiert und die Wörter um ihre Logik gebracht? Einen Fehler gemacht? Ich stand jemandem im Weg? Ich habe etwas vergessen? Die Hose kneift? Der Knopf geht nicht mehr zu? Mir wurde auf Arbeit eine ganz simple Frage gestellt und ich präsentierte die gähnende Leere, die entsteht, wenn ich überrumpelt werde? Wie, ich bin nicht auf jede Sekunde des Tages vorbereitet?

Na, kein Wunder! Das Mies freut sich und wetzt den Rotstift. Es klärt mich gerne jeden Moment auf, warum das so ist.  Die Hasstirade ist keine Minute mehr entfernt.

Also geht es los, das Mies nimmt mich Stück für Stück auseinander und was mache ich? Nichts. Ich lasse es zu und umso mehr ich es zulasse, desto mächtiger, sowie bösartiger wird Mies. Die Ideen gehen nicht aus. Wozu ist das gut? Hilft es?

Nein, natürlich hilft es nicht. Und im Ernst mal – mächtiger als ich? Das wollen wir mal sehen.

Meiner Freundin ging es ganz ähnlich und bei einem gemeinsamen Zusammensitzen legte sie mir  ihre Lösung auf den Tisch.

Sie hat ihren Weg über ein kleines aber feines Buch gefunden, dass ich dementsprechend auf jeden Fall mal empfehlen möchte.

Hermann! – Vom klugen Umgang mit dem inneren Kritiker von Tom Diesbrock

Ihre Lösung und mein erster Schritt

Aufschreiben was der innere Kritiker sagt (à la konstruktives Gespräch). Objektiv, realistisch nachhaken/hinterfragen.

Sie schrieb alles auf. Einen Redeschwall vom Kritiker, in dem es ordentlich zur Sache ging und dann nahm SIE es auseinander. Dabei zückte SIE den Rotstift und prüfte ihren Kritiker auf Herz und Nieren. Und das funktionierte, um sie wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.

So mancher innerer Kritiker scheint nicht sehr kritikfähig zu sein und er mag es nicht, wenn man nachhakt!

Ich habe es auch versucht. Es blieb bei dem einen Mal. Es ist nicht meine Lösung gewesen, ABER es hat mich wachgerüttelt. Ich war geschockt. Richtig geschockt. Aufgeschrieben war es noch furchtbarer, als nur im Kopf. Vulgär, tiiiiief unter der Gürtellinie, zerfleischend, bösartig bis aufs Blut. Der eigene Mobber im Kopf. Ich fand es schrecklich.

Wenn ich darüber nachdenke, wann sich das alles gebessert und geändert hat – es war wohl der Punkt an dem ich realisiert habe wie unfair und fies Mies – ICH mit mir umgehe und ich es leid war.

Der Punkt, an dem ich genervt war, ständig im Kampf mit mir selbst zu stehen. Und ich war richtig genervt!

Ich habe mich mehr über das Mies geärgert, als über seine Korrekturen mit dem Rotstift.

Warum gehe ich so hart mit mir ins Gericht? Ist es nicht seltsam, dass ich das nur mit mir selbst so mache? Warum bin ich mir gegenüber nicht so gestimmt wie allen anderen auch? Nicht dass es schöner wäre, wenn ich mein Umfeld den gemeinen Attacken aussetzen würde. Aber warum gelten die Regeln von Mies nur für mich?

Ganz schön unfair.

Ich habe Mies hinterfragt.

Der innere Kritiker hat gar nichts mit Kritik zu tun. Denkt daran, es geht nicht darum selbstkritisch zu sein. Selbstkritik ist nicht das Problem. Es geht darum sich nicht selbst zu zerfleischen. Kritiker Mies löst keine Probleme. Zwei Beispiele:

Gefundenes Fressen: Fehler

Ich schreibe einen Text. Stundenlang und irgendwann sehe ich den sagenumwobenen Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Plötzlich hinterfrage ich total banale Dinge, die eigentlich laufen.

Während ich meine BestofFehlerListe durchgehe und auch sonst so weit alles korrigiert habe… müsste am Ende was bei rum kommen.

Was meinst du was passiert, wenn dann z.B. ein das/dass Fehler auftaucht. Kritiker Mies verzeiht keine Fehler.

Seine Toleranzschwelle liegt bei 0.

Das Mies macht sich warm:

Grottenschlecht. Warum schreibst du eigentlich? Beherrscht du überhaupt die Sprache? Kein Mensch versteht was du schreibst. Weißt du es überhaupt? Du bist chaotisch und was du verzapfst ist noch chaotischer. Ich würde den Text mal wieder schön in einer Schublade verstauen. Weit, weit weg. Ist besser so. Wie peinlich wäre es, wenn das einer sieht. Du verhedderst dich überall. Du schreibst wie du sprichst – und wir wissen beide, wie unsportlich deine Zunge ist. Glaub nicht, dass nicht jeder merkt wie doof du bist, nur weil du beim Schreiben etwas mehr Zeit zum „denken“ hast. Geh und google lieber nochmal… vielleicht Zeiten? Wie wäre es mit GEGENWART und VERGANGENHEIT. Das dürftest vielleicht sogar du hinbekommen…

Und hier STOP!

Mies fängt gerade erst an und was glaubst du, wie gut es sich dann weiterschreiben lässt? Gar nicht.

Gefundenes Fressen: Aussehen

Mh. Die Hose geht nicht mehr zu. Ich habe zugelegt. Ich würde sagen normal wäre entweder: Ja und? … oder eben ui, da sollte ich ein bisschen was machen.

Aber der innere Kritiker ist nicht normal. Er reagiert so:

Warum merkst du das erst jetzt? Musst nur in den Spiegel gucken… Wie du auseinander gegangen bist. Eklig. Wie sie dich jetzt angucken. Eine Brezel kaufen? Was meinst du was sie denken, wenn du jetzt auch noch auf der Straße futtert? Und wenn wir schon dabei sind, dein Gesicht! Die Nase…

STOP! Ganz viel STOP!

DAS IST NICHT DEINE KRITIK!

Von woher nimmt Kritiker Mies das eigentlich?

Hast DU jemals einen anderen so in die Mangel genommen?

Wie würdest du empfinden, wenn jemand dir Nahestehendes oder Fremdes so behandelt wird?

Entsetzlich, oder nicht? Du wärst empört und du würdest denjenigen schützen wollen.

Mach es auch für dich!

Sei empört! Beschütze dich!

Ein wichtiger Schritt für mich war das Bild von Mies

Ich hatte zwar kein Gesicht vor Augen, aber ich dachte immer an etwas Erzieher-/Über-ich-/Lehrermäßiges – jemand mit der Macht des roten Stiftes. Nun stand in dem Buch etwas darüber, dass es das Kind ist. Das Kind, das dazugelernt hat. Eine Art Schutzmechanismus. Was wieder superlogisch ist, ein bekannter Schutzmechanismus ist die Vermeidung und was macht das Mies letztendlich? Mich hat es dazu gebracht zu vermeiden.

Gut, jetzt möchte ich nicht weiter abschweifen – Es sind einfach diese Endlosthemen, die in so viele Richtungen ihre Fühler strecken.

Es hat mir geholfen Mies als Erfahrungssammler zu betrachten. Umso mehr Negativ-erfahrung, desto verängstigter und feuerspeiender.

Aber wie viel Schutz dient der innere Kritiker meinem Selbst wirklich?

Wie so viele Schutzmechanismen ist er ab einem gewissen Punkt nur noch ungesund. Gefüllt mit Angst und schlechten Erfahrungen. Der Versuch zu helfen erzielt eher das Gegenteil.

Er ist selbstzerstörerisch.

Wie viel zerstört Mies bei seinem Schutz? Wohin führt er?

  • Angst
  • Trauer
  • Selbstmitleid
  • Selbstzweifel/Hass
  • Wut

Also habe ich hinterfragt, welche Erfahrungen Mies zum Handeln treiben – versucht zu verstehen woher es kommt. Und habe erkannt, dass es sich nicht einmal annähernd um meine Werte handelt. Eher das Was-denken-andere-Prinzip.

Schritt für Schritt

Kurz und knapp:

  1. Versuche, ob das Aufschreiben eine Option für dich ist. Rotstifte ihn! Hak nach. Sachlich. Und was empfindest du dabei?
  2. Hinterfrage deinen inneren Kritiker. Finde heraus wer dein Mies ist. Woher kommt seine Kritik wirklich? Von wem? Teilst du dessen Meinung eigentlich?
  3. Werde dir klar darüber, wie du mit dir umgehen möchtest. Fair? Wenn es um Verbesserung geht – Mies ist kein Kritiker, der dich weiterbringt. Er steht mehr im Weg als dass er von Nutzen ist.
  4. Versuch es mal mit: JA UND! Einfach immer. Andauernd. Sobald du merkst, dass er angerollt kommt… Du hast einen Fehler gemacht, ja und? (Dazu schreibe ich auch noch etwas im letzten Teil)
  5. Schütze dich. Unter diesem Punkt möchte ich gerne auch Nettigkeiten hervorheben: Bestätigung kann nicht schaden. Schaue nach Erfolgserlebnissen. Und behandele sie auch als Erfolg. Ein fertiger Text, ein fertiges Bild, ein neues Rezept, eine Runde Spinning… was auch immer dir einfällt. Für dich selbst oder auch von außen. Da ist nichts Falsches dabei. Fühl dich toll! SO WIE DU BIST!

Das war der zweite Teil! Ich freue mich über deine Gedanken!